BIBERTAL-BÜHL. Philipp Futterknecht aus Bühl ist ein ehrgeiziger Jungunternehmer mit genauen Plänen. Er besuchte die Hauptschule in Leipheim. Jetzt ist er wieder an der Hochschule in Kempten. Von Sandra Kraus

Gerade einmal 24 Jahre alt, hat Philipp Futterknecht aus Bühl seine eigene Firma Futterknecht Engineering und Design gegründet. Der ehrgeizige Jungunternehmer schloss im Frühjahr sein Maschinenbaustudium an der Hochschule Kempten als Diplom-Ingenieur (FH) ab. Seine dortigen Praxissemester und die Diplomarbeit nutzte Futterknecht für die Entwicklung von Produkten und für die Gewinnung seines jetzigen Kundenstamms. „Für Alko Kober entwickelte ich einen Frontunterfahrschutz für Lastwagen und für die Daimler AG eine ausfahrbare Kamera“, erzählt er.

Eine Spezialität von ihm sei es „die Schnittstelle zwischen IT und Maschinenbau zu überbrücken“. So hat Futterknecht zum Beispiel für die Firma Kögl in Bubesheim einen Produktkonfigurator zum Laufen gebracht, mit dem Kunden und Vertrieb für ein Produkt von Preis bis hin zu Stückliste und Produktionsauftrag viele Einzelschritte abdecken können. Auch die Firma Robert Geiger in Ichenhausen zählt auf sein Wissen in Konstruktion und Informationstechnik.

Als Maschinenbauer beherrscht Futterknecht CAD-Konstruktionen und die FEM-Methode, mit der zum Beispiel die Festigkeit von Bauteilen oder die Lebensdauer berechnet werden können. Als Mann der Praxis liefert er auch Prototypen und steht selbst an Schweißgerät oder Drehbank. „Ich habe kein Problem damit, mir die Hände schmutzig zu machen“, gibt der sympathische junge Mann zu. Neueste Investition ist ein 3-D-Drucker, der das am Computer Gezeichnete als dreidimensionales Kunststoffteil entstehen und damit anfassen und begreifen lässt. Zum Geschäftsbereich Softwareentwicklung gehören auch Webanwendungen im Internet, gründete Futterknecht doch 2004 mit 15 Jahren die Firma PreFu-Futterknecht für die Schaffung eines sozialen Netzwerks, einer Internet Community, die fünf Jahre später zu einer Firma für Software und Webentwicklung erweitert wurde und jetzt in der neuen Firma aufgeht.

Für die Zukunft hat Philipp Futterknecht schon genaue Pläne. Seit März ist er wieder an der Hochschule Kempten im Fachbereich Produktentwicklung im Maschinen- und Anlagenbau eingeschrieben. Ziel ist der Abschluss als Master, um dann mit einer Doktorarbeit so richtig durchzustarten. Dabei war eine akademische Karriere nicht unbedingt vorherzusehen. „Ich habe in der Hauptschule den M-Zug in Leipheim besucht und dann das Fachabitur in Neu-Ulm gemacht“, schildert er. „Je mehr technische Fächer auf dem Stundenplan waren, desto besser wurde der Notenschnitt.“ Gerne besucht er jetzt die Abschlussklassen der Leipheimer Mittelschule und macht den dortigen Schülern Mut. „Ich will kreativ sein und scheue keine Herausforderung“, sagt Futterknecht. Er hat deshalb mit seinen Kunden das Studium abgesprochen und volle Unterstützung erhalten.

Hier tüftelt Philipp Futterknecht aus Bühl an neuen Bauteilen für die Fahrzeugindustrie. Der 24-Jährige hat eine Firma für Ingenieurdienstleistungen, Design und Softwareentwicklung gegründet und besucht parallel einen Masterstudiengang an der Hochschule Kempten.